Das Konzept

Das Konzept des Projektes „Lernfreunde“ sieht vor, dass die Kinder und Jugendlichen bei der Aufnahme in das Projekt mit gespendeten Schulranzen / Schulrucksäcken, Heften, Stiften und Bastelmaterial ausgestattet werden, um sie willkommen zu heißen.

In kurzen Bildungseinheiten von 30 – 45 Minuten erhalten sie einen Einblick in das Erlernen der deutschen Sprache und der lateinischen Schrift. Ergänzend werden Grundlagen der Mathematik angeboten. Einheiten und Projekte in Musik, Kunst und Bewegung ermöglichen ihnen, sich kreativ auszudrücken.

Geschulte Lehrkräfte gestalten die Bildungsinhalte altersangemessen für Kinder im Alter von ca. 6 bis 11 Jahren und Kinder und Jugendlichen im Alter von ca. 11 bis 16 Jahren.

Zusätzlich werden die jungen Flüchtlinge von ehrenamtlichen ggf. gleichaltrigen deutschen „Lernfreunden“ und von Dolmetschern begleitet.

Die individuellen Sprach- und Bildungskenntnisse der Kinder und Jugendlichen können im lernfreundlichen Umfeld des Projektes erhoben und auf einer persönlichen „Bildungs-Visitenkarte“ dokumentiert werden. Im Besitz der jungen Flüchtlinge kann diese den Lehrkräften nachfolgender Bildungsmaßnahmen wichtige Hinweise geben.

Ganzheitlich werden im Projekt auch die Eltern und weiteren Familienangehörigen einbezogen. Durch Informationsblätter in verschiedenen Sprachen und in persönlichen Gesprächen soll den Erwachsenen das deutsche Schulsystem erläutert und die Bedeutung der Bildungsmaßnahmen für das Leben ihrer Kinder deutlich gemacht werden.

Nachhaltigkeit des Projekts

Verbleiben die Kinder und Jugendlichen für kürzere oder längere Zeit in Deutschland, werden sie als Schulpflichtige in unser bestehendes Schulsystem integriert. Hier kann die Bildungsarbeit des Projektes „Lernfreunde“ den Kindern und Jugendlichen den „Einstieg“ erleichtern. Sie haben erfahren, wie wertvoll es ist, sich mit anderen Menschen verständigen zu können und in Gemeinschaft mit anderen Kindern zu lernen. Mit ihrer „Bildungs-Visitenkarte“ können sie sich ihren neuen Lehrerinnen und Lehrern direkt mit ihrem bisher erworbenen Sprach- und Bildungsstand vorstellen.

Auch wenn die jungen Flüchtlinge in andere Länder weiterreisen oder in ihr Herkunftsland zurückehren, wirkt das Projekt „Lernfreunde“ beständig nach.
Wenn auch nur für kurze Zeit haben diese Kinder und Jugendlichen erlebt, dass es Menschen gibt, die sie wertschätzen. Sie haben erfahren, dass Verständigung und ein gemeinsames Miteinander möglich ist, wenn sich alle Beteiligten bemühen.

So trägt das das Projekt den wichtigen Gedanken des friedlichen Miteinanders in die Generation der jungen Menschen, deren Leben durch Krieg, Verfolgung und Flucht geprägt ist.